Abmahnung Azubi

Rechtliche Notwendigkeit von Abmahnungen

  • Wer wegen Vertragsverstößen kündigen will, muss dem Arbeitnehmer zuvor die Folgen seines vertragswidrigen Verhaltens vor Augen führen und deutlich machen, dass die vertraglichen Beziehungen im Wiederholungsfall beendet werden – er muss den Vertragspartner warnen.
  • Bei dieser Pflicht zur Abmahnung handelt es sich um einen allgemeinen Rechtsgrundsatz. Er beruht auf der Fürsorge- bzw. Treuepflicht und dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und dem ultima-ratio-Prinzip. Die Kündigung ist das letzte, äußerste Mittel des Arbeitsrechts. Abmahnungen sollen auf den Vertragspartner einwirken, ihn veranlassen, sein vertragswidriges Verhalten einzustellen und so den Arbeitsplatz zu erhalten bzw. den Mitarbeiter nicht zu verlieren. Für das Arbeitsverhältnis gilt daher der Satz: Verhaltensbedingte Kündigungen sind grundsätzlich nur wirksam, wenn zuvor vergeblich abgemahnt wurde.

Vorstufen

  • der kollegiale Ratschlag
  • die Belehrung
  • Vorhaltungen
  • Ermahnungen
  • Verwarnungen
  • Verweis

Das sind die Vorstufen einer Abmahnung. Sie enthalten – anders als die Abmahnung – keine Kündigungsandrohung und sind deshalb kündigungsrechtlich ohne entscheidende Bedeutung.

Notwendiger Inhalt der Abmahnung

  • konkrete Bezeichnung des Fehlverhaltens
  • Androhung arbeitsrechtlicher Konsequenzen (besser Kündigung) für den Wiederholungsfall