Übernahme nach Ausbildung

Grundsätzlich gibt es bestimmte Regelungen bei der Übernahme eines Azubis, wenn dieser die Ausbildung beendet hat. Wir klären auf dieser Seite einmal auf, welche Dinge konkret zu beachten sind.

Die Zeugnisse nach der Ausbildung

Für Sie haben wir eine Auflistung der Zeugnisse und Zeugnisarten bereitgestellt.

Der Auszubildende erhält in der Regel drei Zeugnisse

  • das Prüfungszeugnis der Kammer über das Bestehen der Abschlussprüfung (§ 37 II BBiG)
  • das Zeugnis der Berufsschule entsprechend den schulrechtlichen Bestimmungen.
  • das betriebliche Zeugnis des Auszubildenden (§ 16 BBiG)

Das betriebliche Zeugnis, § 16 BBiG

  • Hat der Ausbildende die Berufsausbildung nicht selbst durchgeführt, so soll auch der Ausbilder das Zeugnis unterschreiben.
  • Das Zeugnis muss gem. § 16 BBiG in jedem Falle Angaben über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse des Auszubildenden enthalten (sog. einfaches Zeugnis). Auf Verlangen des Auszubildenden sind auch Angaben über Führung, Leistung und besondere fachliche Fähigkeiten aufzunehmen (sog. qualifiziertes Zeugnis).
  • Das Zeugnis sollte auf einem Firmenbriefbogen erstellt sein. Bei nachträglicher Berichtigung muss es das ursprüngliche Datum tragen, wenn die nachträgliche Berichtigung nicht vom Auszubildenden zu vertreten ist.

Zeugnisgrundsätze

  • Grundsatz der Wahrheit
  • Grundsatz des Wohlwollens
  • Grundsatz der Vollständigkeit
  • Grundsatz der individuellen Beurteilung

Pflichten bei Beendigung des Ausbildungsverhältnisses

Wie in jedem Arbeitnehmer und Arbeitgeberverhältnis gibt es auch im Ausbildungsverhältnis Rechte und Pflichten für den Ausbilder als auch für den Auszubildenden.

Pflichten des Ausbilders

  • Freizeitgewährung zur Arbeitssuche
  • Zeugniserteilung
  • Auskunftserteilung
  • Aushändigung der Arbeitspapiere

Pflichten des Auszubildenden

  • Verschwiegenheitspflicht wirkt fort.
  • Rückgabe von überlassenen Gegenständen.

Übernahmeverpflichtung

  • Nach § 78 a können JAV Mitglieder die Weiterbeschäftigung nach Ende des Ausbildungsverhältnisses verlangen.
  • Diese Regelung gilt auch, wenn die Berufsausbildung früher als ein Jahr nach Beendigung der Amtszeit endet.

Übernahmeverpflichtung nach § 9 BPersVG

  • Der Weiterbeschäftigungsanspruch gemäß § 9 BPersVG greift dann nicht, wenn andere Auszubildende objektiv wesentlich fähiger und geeigneter sind als der JAV-Vertreter.
  • Die von der Verfassung gebotene Beachtung des Leistungsgrundsatzes des Art. 33 Abs. 2 GG erfordert einen Leistungsvergleich zwischen dem nicht übernommenen JAV-Mitglied und dem relativ schwächsten Absolventen, der vom Arbeitgeber noch übernommen worden ist. Die Weiterbeschäftigungspflicht des Arbeitgebers entfällt nur, wenn die Konkurrenten, die in ein Arbeitsverhältnis übernommenen worden sind, objektiv wesentlich fähiger und geeigneter sind als das Mitglied der JAV.
  • Gegenüber den nach ihrem Abschluss als fachlich besser qualifiziert ausgewiesenen Mitbewerbern setzt sich daher der Jugendvertreter dann durch, wenn – bezogen auf das Anforderungsprofil des freien Arbeitsplatzes – kein offenkundig schwerwiegender Qualifikationsmangel gegeben ist. Ein solcher liegt mit Blick auf die dargelegten personalvertretungsrechtlichen Besonderheiten dann vor, wenn der Jugend- und Auszubildendenvertreter in der maßgeblichen Abschlussprüfung deutlich mehr als eine volle Notenstufe schlechter abgeschnitten hat als der relativ schwächste sonstige Bewerber, den der Arbeitgeber in ein Dauerverhältnis übernehmen will